PROGRAMM UPCOMING

April bis Ende Oktober, Fr. bis Son. 10-18 Uhr geöffnet


Samstag 9. Mai 17 Uhr

DANTES GöTTLICHE KOMÖDIE

Clubabend Literatur

Dantes Göttliche Komödie von 1321 ist ein episches Gedicht, das aus den drei Teilen Inferno (Hölle), Purgatorio (Läuterungsberg oder Fegefeuer) und Paradiso (Paradies) besteht. Um eine "Komödie" handele es sich dabei, weil der Stoff zu Beginn (im Inferno) erschreckend und ekelerregend, und zum Schluss (im Paradiso) beglückend, begehrenswert und anmutig sei.
Die ungewöhnlich konkrete, anschauliche Ausbuchstabierung der Begriffe Hölle, Fegefeuer und Paradis bringt uns Wesen und Denkweise eines mittelalterlichen Mensch auch heute noch in Erreichbarkeit. Wir steigen also ein in die fantastische Anschauungskulisse des Werkes und gehen der Frage nach, ob und wie der Mensch sich die Vorstellungen schafft, innerhalb derer er sich selbst und andere definiert, welche Spielräume er ausnutzt, welchen Regeln er folgt und wodurch er Überzeugungskraft erlangt.
Mit Einblick in die konkrete Gestaltung des mittelalterlichen Horizonts stellen wir die einfache frage: Was denkst Du Dir eigentlich?

Zum Einlesen empfehlen wir: Dante Alighieri - Commedia - In deutscher Prosa von Kurt Flasch, erhältlich z. B. HIER oder HIER GEBRAUCHT
Wer alle Hände voll zu tun hat und dabei geistige Nahrung sucht, kann sich HIER einhören.

Mehr zum Format "Clubabend Literatur" erfahren Sie Hier




Ausstellung Fr. 15. Mai - Son 26. Juli:

Das Holde im Spühlschrank

Falk Richwien, Kunst aus 4 Jahrzehnten
Vernissage: Sam 16. Mai, 16 Uhr

Nun ja, der Mensch ist verrückt. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern ganz gewaltig. Das erkennt man auf den ersten Blick, wenn man sich seine Mode durch verschiedene Jahrhunderte anschaut, wenn man anfängt, seine Sprache zu analysieren, wenn man seine Paarungsgewohnheiten zu verstehen sucht, wenn man seine Religionen zählt, wenn man sich fragt, warum er einem Ball hinterher läuft, auf einen Mini-Bildschirm starrt, statt aus dem Fenster zu schauen oder wenn man zu ergründen sucht, warum, um alles in der Welt, alles so nachlässig ungesund oder so übertrieben gesund lebt, das eigentlch alle krank sind. Schaufelweise Bigotterie, kein Gespräch, das davon frei bleibt und nur wer Glück hat, kann ab und zu laut lachen - über sich selbst.
Zumeist bleibt das einzige, um mit diesem ganzen Irrsinn zurecht zu kommen, dass wir "so tun als ob", so tun, als ob, ok sei, dass wir uns im Irrsinn einrichten, durch Nachahmung, Gewohnheit, Abrichtung und "äußere Zwänge", dann, wenn sie durch innere nicht eh schon hinlänglich ersetzt wurden.
Doch was, wenn einer nicht mitspielt? Der sozialen Hygiene des Erlaubten und Unerlaubten den Spiegel der Dressur, des Koketten, der Unterwerfung vorhält? Der Vernuft die Zunge raus streckt?
Seit 4 Jahrzehnten hält Falk Richwien sich nicht an die Regeln, an die Regeln des Gefallens - ich gefalle dir, du gefällst mir. Auf den Placebo-Kitt der Gesellschaft, ihre Selbstbestätigung im Wahn "richtig, gut, besser und immer besser" zu sein, persönlich und ganz allgemein, gießt er beißendes Lösungsmittel.

Der 1963 geborene deutsche Maler, Bildhauer und Konzeptkünstler Falk Richwien erlangte vor allem durch provokante Aktionen eine öffentliche Bekanntheit: Im Jahr 2006 sorgte er für Schlagzeilen, als er in einer Berliner Galerie öffentlich ein weißes Kaninchen schlachtete. Die Aktion löste eine Debatte über die Grenzen der Kunst und den Tierschutz aus und führte zu juristischen Auseinandersetzungen. Er arbeitet heute vorwiegend in Brandenburg und ist für seine abstrakte und symbolistische Malerei bekannt. Seine Werke werden international gehandelt. Seit 2017 leitet Falk Richwien zusammen mit Johanna Frohberg den Kulturbetrieb in der ehemaligen Brennerei Cöthen. Es ist seine erste Solo-Ausstellung an diesem Standort.

Mehr zu Falk Richwien

Während der Kunstloose Tage 2026, 15.-17. Mai, 10-18 Uhr ist das Atelier Johanna Frohberg ebenfalls geöffnet





Sonntag 31. Mai 2026 - 15 Uhr

Ilimitado - virtuoses Gitarren-Duo aus Berlin

Marco Ponce Kärgel: akustische Gitarre, Komposition
Sven Schneider: akustische Gitarre, Komposition

Musik, die Geschichten erzählt:
Filigran, energiegeladen und expressiv spielen Marco Ponce Kärgel und Sven Schneider instrumentale eigene Kompositionen. Schöne Melodien treffen auf schräge Töne, ineinander gedrehte Rhythmen auf klare Strukturen. Der Zuhörer gerät auf einer schraffierten Reise in wundersam erfrischende Klangwelten.

Hörprobe:





Samstag 6., 13., 20. und 27. Juni, 13-16 Uhr

Ton in Ton

Workshop zu Hohlform-Aufbautechniken mit Ton
von Johanna Frohberg

Als Bildhauerin nutze ich verschiedene Techniken des Hohlformen Aufbaus mit Ton. Gelernt habe ich diese Techniken ursprünglich bei Prof. Eberhard Linke (t 2025) und das war für Aufbautechniken mit Ton wirklich eine super Adresse in Deutschland. Das wußte ich aber nicht. Ich hatte bloß Glück, denn Linke hatte sein Atelier in meinem Heimatdorf und ich kannte es von Kindheit an.

Mit diesem Workshop vermiitle ich Euch in vier Sessions - jeden Samstag im Juni 13 bis 16 Uhr - Grund-Techniken des Hohlformen Aufbaus. Draussen unterm Kirschbaum - und bei Regen im Großen Saal der Brennerei. Wir beginnen mit einer Materialkunde, arbeiten uns vor zur Zupf-, Platten-, Wulst- und Streifentechnik. Am Ende mischen wir die Strategien. Jeder nimmt - nach ca. einmonatiger Trockungszeit - ein bis sechs feine, eigene Stücke mit nach Hause.

Dies ist kein Kurs zu Glasurtechniken, kein Töpferkurs (keine Drehscheibe), kein Gips- oder Silikonformenkurs, kein Anatomiekurs, kein Kurs zur Technik gegenständlicher Abbildung, kein Kurs zur Idee von sich selbst als Künstler. Es ist ein Technik-Kurs zu Ton in seinen Möglichkeiten als Endmaterial plastischen Gestaltens - also zum Hohlformenaufbau. Er ist nicht schwer.

Die Teilnehmerzahl ist auf 8 Personen begrenzt. Alterseignung 12-120 Jahre. Das Material und Brand sind inklusive. Werkzeug-Sharing. Wer unabhängig sein will, kann - bei rechtzeitiger Anmeldung - einen Werkzeugsatz mit rudimentärer, drehbarer Scheibe, die im Nebenjob auch als Tortenplatte taugt, für 40 Euro hinzu buchen und für später behalten.

Kosten:
Nur Session 1 = 70 Euro
Nur Session 1+2 oder Kurs 1+3 = 130 Euro
Nur Session 1+2+3 = 190 Euro
Alle Sessions 1 bis 4 = 240 Euro
Option: Werkzeug = 30 Euro
Mehrzahlige Buchungen werden bevorzugt behandelt. Wer mehr Geld hat, kann gern mehr geben; wer weniger hat, spreche mich bitte an, Fr-Son, 10-18 Uhr bin ich zu meist vor Ort in der Brennerei. Anmeldefrist bis 31. Mai unter kunst@das-gut.org, Stichwort "Ton in Ton". Vorkasse. Zahlungsdaten bei Anmeldung.

Sessions:
1.Samstag 6. Juni, 13-16 Uhr: Materialkunde, Grundkenntnisse, Massive Form
2.Samstag 13.,Juni, 13-16 Uhr: Zupftechnik und Plattentechnik
3.Samstag 20. Juni, 13-16 Uhr: Wulsttechnik und Streifentechnik
4.Samstag 27. Juni, 13-16 Uhr: Mix it all up! Freie Form.

Wer sehen möchte, was ich, Johanna Frohberg, selbst als Künstlerin mit Ton mache, kann HIER nach sehen.




Sommerfest mit Konzert
Sonntag 28. Juni


Sonntag 28. Juni 2026 - 15 Uhr

Sophie-Trost-Combo
grooviges Weltmusik Quartett aus Berlin

Sophie Trost: Komposition, Stimme, Klarinette, Guitarre
Matija Krznaric: Guitarre
Phil Rosplesch: Bass
Luis Vargas: Schlagzeug


„Sophie Trost ist eine Singer-Songwriterin aus Berlin, die […] ein absolutes Händchen für ganz smoothe tanzbare Musik hat, die aber – Achtung – wirklich nicht belanglos ist […] Das ist wirklich bester Akustik-Pop […], wobei hier auch immer ein bisschen Folk, Chanson, Jazz, Bossa Nova und Reggae dazu kommt […], wirklich tolle Musik, […] eine echte Entdeckung.“ – Henrike Leißner, radio3 – kulturradio vom rbb

Hörprobe:






Sonntag 26. Juli 2026 - 15 Uhr

Simon Camatta - Solo Drums

Leben ist Rythmus und Rhythmus bewegt, findet verschiedene Richtungen, Plattformen, Höhepunkte - Camatta nimmt uns an die Hand, scheucht und treibt uns sanft und präzise durch Welten, aus denen wir energetisiert wieder auftauchen, verwundert - und wach. Ein Erlebnis.

Hörprobe





Samstag 8. August

4. Tag der Industriekultur Brandenburg

14 Uhr, Vortrag: Was treibt uns an? Dampfmaschine Cöthen 1875 bis 2026 und weiter!

Standorte im ganzen Land laden ein, die Industriegeschichte Brandenburgs zu erleben. Von der Prignitz bis ins Lausitzer Seenland können sich Interessierte in unterschiedlichen Formaten in die Vergangenheit begeben oder Zukunftsfragen stellen. Die ehemalige Brennerei Cöthen - das-Gut.org - ist dabei!
Neben den motivationalen Aspekten der Frage: Was treibt uns an? Geht Johanna Frohberg, die Geschäftsführerin von Das-Gut.org, im Vortrag am Sam den 8. August um 14 Uhr ganz konkret auf die technische Frage ein, was für ein Antriebsmittel in Zukunft für den Antrieb der ältesten am Originalstandort befindlichen Dampfmaschine in Berlin und Brandenburg im Vorführbetrieb gebraucht wird.

Mehr zum Tag der Industriekultur Brandenburg erfahren Sie HIER





Sonntag 30. August 2026 - 15 Uhr

Jazztraveler - Jazz Trio aus Lüneburg

Ido Spak - Piano/Komposition
Andi Rohde - Schlagzeug
Jan Gerrit Lütgering - Kontrabass


Was passiert, wenn man drei professionelle Musiker, die sich mit Standarts langweilen und Herausforderungen suchen in einer Band zusammen fasst? Eine Aufregende Jazz-Metal-Fusion von Middle-East über Blues zu Funk und Avantgarde im Rahmen gekonnter Improvisation, die dem ungewohnten Raum lässt.

Hörprobe:





Samstag 5. September 17 Uhr

Cervantes Don Quijote

Clubabend Literatur

"In einem Dorfe von la Mancha, dessen Namen ich mich nicht entsinnen mag, lebte unlängst ein Edler, einer von denen, die eine Lanze auf dem Vorplatz haben, einen alten Schild, einen dünnen Klepper und einen Jagdhund. (...) Es ist zu wissen, dass obengenannter Edler, die Zeit, die ihn zur Muße blieb - und dies betrug den größten Teil des Jahres - dazu anwandte, Bücher von Rittersachen mit solcher Liebe und Hingebung zu lesen, dass er darüber fast die Ausübung der Jagdt und die Verwaltung des Hofes vergaß; (...) Kurz er verstrickte sich in seinem Lesen so, dass er Nächte damit zubrachte, weiter und weiter, und die Tage, sich tiefer und tiefer hineinzulesen; und so kam es vom wenigen Schlafen und vielen Lesen, dass sein Gehirn augetrocknet wurde, wodurch er den Verstand verlor.
Miguel des Cervantes Saavedra: Don Quijote, Berliner Ausgabe, Holzinger, 2013, Erstdruck, Madrid 1605/1615
Don Quichotte, "der Ritter von der traurigen Gestalt", ist ein kleiner Adliger, der soviel gelesen und so wenig selbst erlebt hat, dass er eines Tages das Gelesene für die Wirklichkeit nimmmt und in dieser Fake-Reality nun seinen Platz zu erobern sucht. Er schafft aus sich den stolzen Ritter Don Quichotte de la Mancha samt Herzensdame Dulcinea del Toboso, steigt auf sein klappriges Pferd Rosinante und besteht zahlreiche Abenteuer, begleitet von seinem treuen Schildknappen Sancho Panza, der zwar selbst nicht an die ganze Sache glaubt, sich aber Vorteile davon verspricht, mitzumachen, wenn auch nur den, eine Weile weg von seiner Frau zu sein.

Der erste Teil erschien 1605, der zweite 1615. Das Werk ist von ungewöhnlicher Selbstreflexivität in Bezug auf das Schreiben und das Lesen, steckt voller Ironie, ist urkomisch, kompromisslos und doch nachdenklich stimmend. Wir wollen herausfinden, ob und inwieweit wir uns von Don Quichotte oder Sancho Panza unterscheiden.
Zum Einlesen empfehlen wir: Miguel de Cervantes Saavedra, Don Quijote von der Mancha Teil I und II, dtv, 2016 HIER oder HIER GEBRAUCHT
Wer alle Hände voll zu tun hat und dabei geistige Nahrung sucht, kann sich HIER einhören.

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Fr 11., Sa 12., Son 13. September

Tag des offenen Denkmals

Die Brennerei Cöthen mit der ältesten am Originalstandort befindlichen Dampfmaschine in Berlin und Brandenburg befindet sich, wie auch der gesamte Rest von Cöthen, auf einem Bodendenkmal. Beim Bau des neuen Kesselhauses fand dies Berücksichtigung. Am Tag des offenen Denkmals erläutern die Betreiber der Brennerei das Baugeschehen, Verfahrensweisen und die für Cöthen relevanten Denkmal-Kategorien.
Auf dem Foto sehen Sie die Familien Kohlhaas und Probst neben dem ehemaligen Kesselhaus bei der Hochzeit der Tochter Ellen des letzten Brennmeisters Fritz Kohlhaas (r.) auf dem Feldsteinhof der Brennerei, Foto um 1970.

Mehr zum Tag des offenen Denkmals 2026 erfahren Sie HIER

Mehr zur Geschichte der Brennerei erfahren Sie HIER





Sonntag 27. Sept. 2026 - 15 Uhr

Rotatonics - Chanson, Tango, Musique Cinematique - experimentelles Duo aus Berlin

Marie-Elsa Drelon und Cosmo Krause alias Carsten Wegener singen und spielen Piano, Lapsteel, E-Gitarre, Orgel, Harmonika & Singende Säge.

Nach dem gelungenen Auftritt im letzten Jahr freuen wir uns und hüpfen wie Gummibärchen, auch 2026 die ROTATONICS wieder bei uns begrüßen zu dürfen! Humorvoll, melodisch-zart, aufregend und frei: Feiern Sie mit uns!

Hörprobe:





Sonntag 25. Oktober 2026 - 15 Uhr

Junodori Combo - Klavier, Gesang, Saxophon - Jazz-Fusion aus Köln

Judith Nordbrock: Klavier und Gesang
Sergii Chernenko: Saxophon, Klarinette und Flöte


Zwischen Chanson, Soul, Jazz, Funk und Ballade ereignet sich Spielfreude - facettenreich und außergewöhnlich, überraschend und berührend - ein Rausch für die Sinne und den Geist. Dies Saisonabschluss-Konzert werden sie nicht so schnell vergessen.

Hörprobe



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